Topinambur

helianthus tuberosus tupinambá

Süße Knolle aus Übersee erobert die Gourmetküchen Europas

Lange Zeit im Schatten der ebenfalls aus Lateinamerika stammenden Kartoffel, feiert die optisch recht eigen anmutende, mit ihrem süßlichen Geschmack und ihren vielen Nähwerten ein beeindruckendes, kulinarisches Comeback.

Topinambur Kulturpflanze der Indianer und stammt aus Nord- und Mittelamerika. 1612 kam die Knolle zeitgleich nach Paris und in den Vatikan.

Insbesondere in Frankreich erfreute sich die süßlich schmeckende Topinambur großer Popularität, bekam Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch große Konkurrenz von der Kartoffel. Dass lag sicher auch daran, dass die Topinambur – einmal geerntet – sich im Gegensatz zur Kartoffel nicht gut lagern ließ.

Ursächlich war Topinambur eine Kulturpflanze der Indianer in Nord- und Mittelamerika, ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet vermutet man in Mexiko. Heute wird Topinambur in fast allen Kontinenten angebaut, Hauptanbaugebiete sind in Nordamerika, Russland, Australien, Asien, Südfrankreich sowie den Niederlanden.

Die Franzosen benannten die Indianerkartoffel nach einem Indianerstamm, der 1612 zufällig gerade zu Besuch war: topinambour. Die päpstlichen Gärtner im Vatikan nannten das Gewächs ihrerseits girasole articiocco, "Sonnenblumen-Artischocke", ähnelt die Pflanze doch optisch der Sonnenblume (und gehört auch zu deren Gattung) und erinnert der Geschmack der Knolle an die Artischocke.

Engländer konnten girasole nicht aussprechen und daraus "Jerusalem Artischocke" machten – ein klassischer Fall volksetymologischer Wortschöpfung.

Im Deutschen ist sowohl die männliche (der Topinambur) als auch die weibliche Form (die Topinambur) gebräuchlich.

Andere Bezeichnungen für das exotisch anmutende Gemüse sind: Kleine Sonnenblume, Erdartischocke, Jerusalem-Artischocke, Indianerknolle, Ewigkeitskartoffel, Erdsonnenblume, Erdschocke, Borbel, Zuckerkartoffel, Erdbirne, Erdtrüffel, Knollensonnenblume, Rosskartoffel, Süßkartoffel  oder auch Erdapfel.

 

 

Die Knolle der Topinambur werden etwa so groß wie Kartoffeln. Die Schale ist fein und dünn und kann ohne Weiteres mitgegessen werden. Auch roh ist die Topinambur im Gegensatz zur Kartoffel genießbar.

Die Pflanze ähnelt in ihrem Aussehen der Sonnenblume, der Geschmack der süßlichen Knolle erinnert an die Artischocke.

Der hohe Gehalt von Vitaminen (Vitamin A, B1, B2, B6, C, E), Mineralien und Spurenelementen (Eisen, Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium, Niacin, Phosphor, Zink) macht die Topinambur zu einem richtig gesunden "Geheimtipp". Ältere Menschen, Kinder und Rekonvaleszenten profitieren davon, dass das Gemüse sehr leicht bekömmlich ist. Zugleich verlangsamt der Inhaltsstoff Inulin die Blutzuckeraufnahme, so dass sich die Topinambur optimal für Diabetiker eignet.

Während man die Knolle früher vorwiegend als Viehfutter nutzte, ist das zwischen November und Mai im Geschäft angebotene Gemüse heute besonders in der Gourmetküche sehr beliebt.

 

 

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