Mandarine / Clementine

Citrus reticulata

Mandarinen: die süßesten Zitrusfrüchte überhaupt

... und gerade bei Kindern auch wegen der leichten Handhabe sehr beliebt und in der Vorweihnachtszeit schon gar nicht wegzudenken. Aber was ist eigentlich der Unterscheid zwischen Mandarinen, Clementinen, Tangerinen und Satsumas?

Ursprünglich stammt die Mandarine aus China. Die erste sichere Erwähnung der Frucht stammt aus dem 12. Jahrhundert vor Christus. Von China breitete sich die Mandarine über Südostasien und Indien aus. Um das 1. Jahrtausend n. Chr. wurde die Mandarine schon in vielen südlichen Präfekturen Japans kultiviert. Im 19. Jahrhundert schließlich wurde sie in alle Welt exportiert.

Die Erntezeit für Mandarinen ist je nach Land und Erdteil unterschiedlich, entsprechend kann man die Früchte bei uns fast das ganze Jahr über kaufen. Im Spätherbst / Winter, wenn in Südeuropa die Haupterntezeit beginnt, sind sie reichlich und deshalb auch günstig zu haben.

Weltweit werden rund 34 Millionen Tonnen Mandarinen, Clementinen, Satsumas und Tangerinen geerntet. Die größten Produzenten sind neben China, Spanien und der Türkei auch die nordafrikanischen Mittelmeeranrainerstaaten Marokko, Algerien und Ägypten sowie die USA.

Mandarinen stammen ursprünglich aus China und werden dort seit über 3.000 Jahren angebaut. Die Vermutung liegt nahe, dass ihr Name sich vom Wort "Mandarin" ableitet. So nannte man im kaiserlichen China hohe Staatsbeamte, die oftmals eine orangefarbene Amtstracht trugen.

Die Bezeichnung "Mandarin" selbst entweder vom Portugiesischen mandare = befehlen (dies wiederum Sanskrit mantrin = Ratgeber, Minister) oder aber auch englische Verballhornung des Begriffes Mǎndàrén (= großer Mandschure), mit dem die mandschurischen kaiserlichen Beamten angesprochen wurden und der auch auf die chinesische Hochsprache Mandarin übertragen wurde.

Auch weil es so leicht ist, eine Mandarine (oder Clementine) zu schälen und zu häppchenweise zu essen, gehört die Mandarine zu den Lieblingsfrüchten von Kindern. Überhaupt machen ihre angenehme Süße, ihr geringer Säuregehalt sowie die weiche Schale die Mandarine zu einer der weltweit beliebtesten Früchte überhaupt.

Vor allem in der Vorweihnachtszeit stehen Mandarinen (bzw. Clementinen) als süße und saftig-leckere Zitrusfrucht hoch im Kurs. Oftmals in Kombination zu Nüssen genascht, gehören sie in Deutschland zu Weihnachten wie der Adventskranz oder der Tannenbaum.

In der erkältungsträchtigen Jahreszeit sind Mandarinen wichtige Vitamin-Lieferanten. Wie alle Zitrusfrüchte enthalten sie viel Vitamin C (bis zu 45 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm Mandarinen; nur der Vitamin-C-Gehalt von Orangen bleibt damit unübertroffen), zusätzlich unter anderem Vitamine der B-Gruppe, Mineralstoffe wie Calcium und Kalium sowie Ballaststoffe. Da Zitrusfrüchte überwiegend roh gegessen werden, bleiben die wertvollen Bestandteile vollständig erhalten.

Konkret bei Mandarinen (und Clementinen) kommt hinzu, dass sie leicht verdaulich sind und entsprechend gerade für Kinder und Senioren sehr gut geeignet sind zur Bekämpfung von Erkältungen, Halsentzündungen und Fiebererkrankungen.

Überhaupt stärken sie die Abwehrkräfte, schützen vor Infekten. Zudem reinigen sie die Blutgefäße, fördern die Blutzirkulation und die Fettverbrennung und beugen somit Bluthochdruck vor. Mandarinen helfen beim Abnehmen, es gibt sogar regelrechte Mandarinen-Diäten, bei denen bis zu 2 kg Mandarinen pro Tag gegessen werden. Auch zeichnet Mandarinen ein hoher Gehalt an Flavonoiden (Pflanzenfarbstoffen) und Carotinoiden (Provitamin A) aus, wodurch sie wiederum die Sehkraft stärken.

Eine im Kontext von Mandarinen am häufigsten aufkommende Frage aber lautet: "Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mandarinen und Clementinen?"

Clementinen sind genau genommen eine Untergruppe der Mandarine. Sie sind durch eine Kreuzung mit der Bitterorange (Pomeranze) entstanden. Den Namen verdankt die Clementine einem französischen Mönch namens Clément, der die Frucht vor etwa 100 Jahren in Algerien züchtete. Clementinen sind in der Regel etwas kleiner als Mandarinen und enthalten deutlich weniger oder oftmals auch gar keine Kerne, was von den Verbrauchern sehr geschätzt wird, da sie entsprechend noch einfacher konsumiert werden können. Die Schale der Clementine ist etwas gelblicher als das satte Orange der Mandarine und lässt sich meist schwerer lösen als die der Mandarine. Die Schale der Clementine wirkt zwar dünner, ist aber deutlich robuster. Entsprechend lassen sich Clementinen deutlich länger lagern (nämlich bis zu 2 Monate) als Mandarinen (1-2 Wochen). Gegenüber den Clementinen schmecken Mandarinen deutlich intensiver und aromatischer. Clementinen enthalten weniger Säure, dafür allerdings mehr Zucker und schmecken entsprechend noch etwas süßlicher. Im Handel sind sie von November bis Januar erhältlich. Oft werden sie als "kleine Tochter der Mandarine" bezeichnet.

Eine weitere Untergruppe der Mandarine sind die Tangerinen, (nach ihrer Herkunft, der marokanischen Hauptstadt Tanger, benannt), die noch kleiner sind als ihre Schwester Clementine. Sie haben ein zartes, tief orangerotes, sehr süßes Fruchtfleisch, das aber nicht sehr saftig ist.

Unter den bekannten Hybriden, also durch Kreuzungen mit anderen Zitrusfrüchten entstandene Abkömmlinge der Mandarinen, finden sich auch die Satsumas. Diese werden von Oktober bis Dezember vorwiegend aus Spanien importiert, obgleich sie auf der japanischen Insel Kinschu ihre ursprüngliche Heimat haben. Ihr Kennzeichen ist eine besonders dünne, ledrige Schale und ihr sehr saftiger, süßer Geschmack. Sie enthalten weniger Kerne als die Mandarinen.

Gemein ist allen Sorten und Untersorten ihre nahezu identischen Nährwerte. Alle enthalten kaum Fett, dafür aber sehr viel Fruchtzucker.

Nicht immer ist es einfach, die unterschiedlichen Sorten klar zu erkennen. Um die für den persönlichen Geschmack Lieblingssorte zu finden hilft also nur eines: Ausprobieren!

Tipp 1: Wie bei allen Zitrusfrüchten gilt auch bei Mandarinen, dass sie vor dem Schälen gründlich mit heißem Wasser gewaschen und mit Küchenkrepp trockengerieben werden sollten. Zudem sollten auch die Hände nach dem Schälen gewaschen werden, um keine eventuell anhaftenden Reste von Konservierungsstoffen oder Wachs aufs Fruchtfleisch zu übertragen.

Tipp 2: Das Weiße von Mandarinen und Clementinen kann und sollte man durchaus mitessen, denn das sogenannte Mesokarp ist sogar gesund. Es enthält Vitamin C, Ballaststoffe und Flavonoide.

Tipp 3: Zitrusfrüchte sollte man kühl und trocken, aber in keinem Fall im Kühlschrank lagern.

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