Galgant

Alpinia officinarum

Galgant: Gewürz des Lebens und der Liebe

Die Chinesen im Altertum, die Griechen in der Antike, Araber und auch Hildegard von Bingen im Mittelalter, sie alle schätzten Galgant als ein besonders belebend-erfrischendes Gewürz. Bis heute ist die Galgantwurzel ein scharfer Exot mit Heilkraft.

Schon im Altertum wurde Galgant von den Chinesen sowohl kulinarisch als auch medizinisch genutzt. Der antike griechische Schriftsteller Plutarch fand ebenso wertschätzende Worte über die Galgantwurzel. Im chinesischen Arzneibuch "Sammlung von Rezepten berühmter Ärzte" des Taoisten, Mathematikers, Alchemisten und Arztes Tao Hongjing (452-536 n. Chr.) wurde die Arznei-Wirkung der Wurzel des Echten Galgants erstmals beschrieben. Nachdem die Araber, die ihre Pferde mit Galgant "gedopt" haben sollen, im Mittelalter Galgant nach Europa gebracht hatten, bezeichnete Hildegard von Bingen ihn als "Gewürz des Lebens", als hilfreich bei Herzleiden, und Magen-Darm-Beschwerden (Quelle: www.st-hildegard.com).

Die Heimat des Galgant liegt in Südostasien, seit dem 5. Jahrhundert ist Galgant in China als Gewürz-und Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter gelangte er über Indien nach Europa, heute wird das Gewürz vorwiegend in Thailand, Malaysia und Indonesien angebaut und ist dort auch als Ingwerersatz eine wichtige Zutat. Vornehmlich zwischen Mai und November ist Galgant bei uns erhältlich.

Der Name Galgant stammt vom arabischen Khulendjan oder Khalangian, das seinerseits wohl eine Verzerrung des chinesischen Liang-kiang (milder Ingwer) ist und auch gelegentlich als "Galanga" verwendet wird (Quelle: www.st-hildegard.com).

Der Echte oder Kleine Galgant, auch Galgantwurzel genannt, zählt zur Familie der Ingwergewächse und wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet.

Im Curry und vielen weiteren, thailändischen Gewürzmischungen ist die gelbliche Wurzel unverzichtbarer Bestandteil. Auch bei der Herstellung von Kräuterlikören und Limonaden kommt Galgant zum Einsatz, beispielsweise in der Cola-Rezeptur.

Der Große Galgant wird Meter hoch, der Kleine Galgant erreicht eine Höhe von etwa einem Meter. Vom äußeren Erscheinungsbild ähneln die Pflanzen der Schwertlilie oder dem Schilf.

Der Kleine Galgant, auch Thai-Ingwer genannt, ist mit seinem orange-roten Fleisch relativ scharf. Der Große Galgant hingegen ist im Geschmack eher mild.

Galgant lässt sich sowohl frisch als auch getrocknet verwenden. Frisch schmeckt Galgant milder als Ingwer. Der Geruch von frischem Galgant erinnert an eine Mischung aus Ingwer, Tannennadeln und Kiefernholz. Die frischen Wurzeln des Galgant können einige Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden, sofern sie luftdicht in Folie verpackt sind. In getrockneter Form kann das Pulver kühl, dunkel und gut verpackt bis zu einem Jahr lang gelagert werden. Es lässt sich gut für Fleisch- und Wildgerichte und asiatische Desserts verwenden.

Galgant erfährt nicht nur als Nahrungs- und Gewürzpflanze, sondern auch als Heilpflanze  zunehmende Beachtung.

Schon für die heilige Hildegard von Bingen galt Galgant als das universellste Herzmittel. Sie charakterisiert es als heilsames Gewächs zur Linderung von Schmerzen des Herzens, des Magens oder der Galle. Auch helfe es "rasch und sicher gegen Schwindel, Schmerz und Schwäche, die vom Herzen oder Magen ausgehen" (Quelle: www.st-hildegard.com).

Schließlich enthält Galgant ätherische Öle, Scharfstoffe und Flavonoide, die bakterien- und entzündungshemmend und krampflösend wirken. Zudem zeitigt die Galgantwurzel stimmungsaufhellende, Appetit und Verdauung anregende Effekte, wirkt motivierend beispielsweise bei Niedergeschlagenheit, Schlappheit, oder Frühjahrsmüdigkeit. Darüber hinaus wirkt Galgant unterstützend bei der Behandlung von Gelenkschmerzen und Hexenschuss, aber auch Erkältungskrankheiten und Fieber.

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