Bärlauch

allium ursinum

Bärlauch: immer der Nase nach

Wer kennt ihn nicht, den intensiven Knoblauchduft des Bärlauchs? Zum Frühlingsanfang schon kann er in den Wäldern gesammelt und beispielsweise zu frischem Kräuterquark verarbeiten werden ... eines der leckersten Frühjahrserlebnisse und obendrein noch sehr gesund!

Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze, im Mittelalter als Herba Salutaris bezeichnet und als Arznei- und Nahrungspflanze genutzt, geriet aber zugunsten des Knoblauchs lange Zeit in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundert feierte der Bärlauch seine Renaissance in diversen Kräuterbüchern und erfreut sich bis heute besonderer Beliebtheit.

Bärlauch ist in fast ganz Europa verbreitet, außer in den immergrünen, mediterranen Regionen. In Deutschland findet man ihn vornehmlich im Süden.

Der lateinische Begriff allium ursinum bedeutet im Deutschen Bärenlauch, aus der Zusammensetzung von allium (= Knoblauch) und ursinum (von lat. ursus = Bär).

Dieser Zusammenhang, so die Volksetymologie, erklärt sich dadurch, dass sich die Bären im Frühjahr, nach dem Winterschlaf, den Magen mit Bärlauch vollgeschlagen und dadurch ihre Bärenkräfte zurückbekommen haben. So glaubte man, dass der Verzehr von Bärlauch auch dem Menschen bärenstarke Kräfte verleihe.

Früher wurde der Bärlauch auch als "Ramser" oder "Rämsch" genannt. Das mittelhochdeutsche "Rams" findet sich auch heute noch in vielen Ortsnamen wieder, zum Beispiel: Ramsau oder Ramsenthal.

Aufgrund seines intensiven Knoblauchduftes wird Bärlauch u. a. auch Knoblauchspinat, wilder Knoblauch oder Waldknoblauch genannt.

Jedes Jahr ab Mitte März beginnt die Bärlauch-Saison, der dank seiner würzigen Blätter zu den beliebtesten Wildkräutern zählt. Dann heißt es wieder: in Laub- und Auenwäldern, aber auch in Parkanlagen und unter Büschen eifrig intensiven Knoblauchduft versprühenden Bärlauch sammeln und mit den frischen grünen Blättern köstliche Frühlingsgerichte zaubern.

Ab Mitte April schauen bei der mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandten Pflanzenart die weißen Blüten zwischen den grünen Blättern hervor, die das Sammeln erleichtern. Rein optisch könnte es dabei zu einer Verwechslung mit den ähnlich aussehenden, jedoch giftigen Maiglöckchen, Herbstzeitlosen, oder dem gefleckten Aronstab kommen, doch verrät sich Bärlauch durch den typischen Geruch, der spätestens beim Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern unverwechselbar deutlich wird.

Mit Vitamin C, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan und  Phosphor wirkt Bärlauch antibakteriell und antimykotisch (desinfizierend bei durch Pilze verursachten Krankheiten). Er schützt das Herz, fördert Durchblutung und Verdauung und entgiftet den Körper.

Bärlauch wird in erster Linie frisch verwendet, man kann ihn aber auch einfrieren. Ideal eignet er sich für Salate, cremig-feine Bärlauchsuppen, Saucen, das würzige Bärlauchpesto, Kräuterquark, Brotbelag wie beispielsweise in Form der aromatischen Bärlauchbutter oder auch zubereitet als Gemüse wie Spinat.

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